Colonial Tracks (XCT) lädt dazu ein, in der eigenen Stadt auf die Spuren des Kolonialismus zu gehen. Die webbasierten Hör- und Stadtrundgänge bringen historische Informationen, Stimmen und Begebenheiten an konkreten Orten wieder an die Oberfläche. So wird erfahrbar, dass Kolonialgeschichte nicht fern und abgeschlossen ist, sondern Stadtgeschichte, globale Verflechtungen und gegenwärtige Welt- und Menschenbilder bis heute mitprägt.
Ein wachsendes Städtenetz
Colonial Tracks verbindet inzwischen die Städte Essen, Duisburg und Hagen. Jeder Rundgang folgt den eigenen Orten, Biografien, Archiven und Konflikten der jeweiligen Stadt. Gemeinsam machen sie sichtbar, wie Handel und Industrie, Mission und Wissenschaft, Politik, Kultur und Alltag Teil kolonialer Strukturen waren – und welche Spuren und Kerben diese Geschichte in den kolonisierenden Gesellschaften hinterlassen hat.
Das Netzwerk soll weiterwachsen: Neue lokale Recherchen und Perspektiven können hinzukommen und die Verbindungen zwischen den Städten deutlicher werden lassen. Colonial Tracks stärkt damit die Auseinandersetzung mit globalen Perspektiven in Kultur und Bildung und lädt dazu ein, die vertraute Umgebung neu zu lesen.
Warum Essen?
Auch Essen war durch Unternehmen, Kaufleute, Missionsvereine und politische Netzwerke eng mit kolonialen Wirtschafts- und Wissensordnungen verbunden. Vieles davon ist bis heute im Stadtbild sichtbar, anderes liegt in Archiven, privaten Sammlungen oder scheinbar vertrauten Orten verborgen.
Hören, gehen, genauer hinsehen
Colonial Tracks Essen verbindet historische Recherche mit Stimmen, Orten und Audiobeiträgen. Der Rundgang führt nicht zu einer abgeschlossenen Vergangenheit. Er fragt danach, wie koloniale Bilder und Machtverhältnisse entstanden sind, wie sie fortwirken und was sie mit der Gegenwart der Stadt zu tun haben.
Die neun Stationen können einzeln besucht oder als eigener Weg durch Essen verbunden werden. Stadtkarte, Audios und Stationstexte sind ohne Anmeldung und ohne zusätzliche App frei zugänglich.