ESSENER DOM

Allein, da er […] bis zum letzten Lebens­Hauch vernunftloß blieb, so was er ausser Stande, seine lezte Willens­mei­nung zu entde­cken.

über Igna­tius Fortuna
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Der verschenkte ‘Mohr Igna­tius’

Fran­ziska Chris­tine von Pfalz-Sulz­bach war 1726 bis 1776 Fürstäb­tissin in Essen. 1730 wurde ihr Igna­tius Fortuna “geschenkt” – der erste ’schwarze Mensch’ in Essen ?

Im frühen 18. Jahr­hun­dert schenkte der Kauf­mann Adam Schiffer der Fürstäb­tissin Fran­ziska Chris­tine von Pfalz-Sulz­bach einen schwarzen Jungen aus Surinam, dessen Vorfahren vermut­lich selbst aus Afrika verschleppt worden waren. Der mitge­brachte Junge wurde in Essen getauft und später unter dem Namen Igna­tius Fortuna bekannt, diente an ihrem Hof als Kammer­diener. Seine Grab­stätte befindet sich noch heute im ehema­ligen Waisen­haus auf der Steeler Straße und auch auf einem Gemälde, das sich im Schloss Borbeck befindet, ist er verewigt. Wer war er ? Welche Funk­tionen hatte er am Hof ? Und welche Wirkung hatte er auf die Essener Gesell­schaft ?

Essener DOM

‘Der geschenkte Mohr’
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Audio­bei­trag-Kapi­tel/­Tracks

  1. Menschen als Geschenke : 1730 wird der vermut­lich erste dunkel­häu­tige Junge in Essen zum Privat­be­sitz der Fürstäb­tissin Fran­ziska Chris­tine von Pfalz-Sulz­bach (00:00–01:09)
  2. Die Taufe des „Mohren“: Unter den Augen vieler Schau­lus­tiger wird der Junge auf den Namen Igna­tius Chris­tia­nius Fride­ricus getauft (01:09–01:55)
  3. Ein Leben als „Cammer-Mohr“: Am Hof der Fürstäb­tissin und ihrer Nach­fol­gerin nimmt Igna­tius bald eine wich­tige Stel­lung ein (01:55–04:50)
  4. „Vernunftlos“ bis zum Tod : Igna­tius Chris­tia­nius Fride­ricus stirbt 1789 und wird in der Kapelle des Waisen­hauses zu Steele beigesetzt– sein angeb­lich “unent­deckt” geblie­bener letzter Wille wird von seinen Besit­zern nicht aner­kannt, da ihm als “Mohr” die Fähig­keit zur Vernunft abge­spro­chen wird (04:50–08:22)
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Orien­tie­rungs­karte

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‘Rund­u­man­sicht’

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QUIZ-Fragen zur Station

Die QUIZ Fragen

Dies ist ein Spiel auf Zeit. (Die Stopuhr wird oben einge­blendet) BEREIT ?

600
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Wer war Franz Adam Schiffer ?

Schiffer unter­nahm beruf­lich zahl­reiche Reisen.
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Korrekt ! Nicht-Korrekt !

Schiffer war ein erfolg­rei­cher Kauf­mann, der lange Zeit in Surinam lebte, bevor er nach Essen zurück­kehrte.

Was brachte er der Fürstäb­tissin Fran­ziska Chris­tine von Pfalz-Sulbach von seinen Reisen mit ?

Heut­zu­tage wäre ein solches Geschenk verboten.
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Korrekt ! Nicht-Korrekt !

Noch heute zeugen Doku­mente und Abbil­dungen vom Leben des Jungen in Essen.

War Skla­verei zu diesem Zeit­punkt auf deut­schem Gebiet erlaubt ?

Auf deut­schem Gebiet hatten viele gesell­schaft­liche Gruppen kaum Rechte. Dennoch bemühte man sich, den Schein von mensch­li­cher Behand­lung von Unter­ge­benen zu wahren.
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Korrekt ! Nicht-Korrekt !

Skla­verei galt zur Zeit Pfalz-Sulz­bachs und Schif­fers als unmensch­liche Praxis, die nur im Ausland betrieben wurde. Da Leib­ei­gen­schaft aller­dings auf deut­schem Gebiet legal war, kann diese Ableh­nung aller­dings als größ­ten­teils schein­heilig bezeichnet werden.

Aus welchem Grund war der Junge für die Fürstäb­tissin so wert­voll ?

Es war vor allem die Haut­farbe des Jungen, die ihn in den Augen der Fürstäb­tissin “wert­voll machte“.
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Korrekt ! Nicht-Korrekt !

Igna­tius’ Quali­täten und Fähig­keiten als Mensch waren für seine Rolle am Hof zweit­rangig.

Welche Rolle spielte die Herkunft des Jungen bei seiner Behand­lung in Essen ?

Menschen mit dunkler Haut­farbe galten zwar als inter­es­sant, nicht aber als vernunft­be­gabt.
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Korrekt ! Nicht-Korrekt !

Die Familie Schiffer versuchte z.B. durch Bekräf­ti­gung von Igna­tius’ Vernunft­lo­sig­keit sein Testa­ment als ungültig erklären zu lassen, um an sein Erbe zu gelangen.

Welche Form der Ausbeu­tung immi­grierter Personen wird u.a auch heute noch in Deutsch­land prak­ti­ziert ?

Immi­grierte Personen in Deutsch­land haben es in vielen Berei­chen schwerer. Insbe­son­dere nicht einge­bür­gerte Menschen haben kaum Chancen, im Land Fuß zu fassen.
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Korrekt ! Nicht-Korrekt !

Immi­grierte Personen haben oft Schwie­rig­keiten, Arbeit zu finden. Manchmal bleibt ihnen nur die Schwarz­ar­beit übrig, bei der sie Gefahr laufen, ausge­beutet zu werden .

QUIZ-Essener Dom
Schade !
Bisher kennst du dich noch nicht so gut mit der Geschichte von Igna­tius aus. Hör die noch einmal das Audio an und versuch dich danach wieder am Quiz !
Schon ganz gut !
Du weißt schon einiges über die Geschichte von Igna­tius. Hör dir gerne noch einmal das Ausio an und schau, wie viele Fragen du anschlie­ßend beant­worten kannst !
Super !
Du kennst dich mit der Geschichte von Igna­tius richtig gut aus. Weiter so !
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