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ein begehbares Audiofeature auf den Spuren des Kolonialismus in Essen

(PORSCHEPLATZ 1) Stadtwunde

KZ-Aussenlager 'Schwarze Poth 13' – Der Kolonialismus und seine Kontinuitäten


Stadtwunde
Der Kolonialismus und seine Kontinuitäten
Porscheplatz 1 / ehemals Schwarze Poth 13

(nicht einfach zu finden – aber vorhanden und wirksam. Unter(!) dem Eingang zur Rathaus-Gallerie. Zugang über den Treppenabgang – rechts. Oder über die Seitenstraße ‚Zwölfing‘)

Was wissen wir eigentlich? Warum wissen wir bestimmte Dinge, während andere uns verborgen bleiben? Wohin schauen wir, wenn wir Geschichte betrachten? Den Kolonialismus hinter uns zu lassen setzt voraus, dass wir uns mit ihm auseinander setzen und die Stützpfeiler erkennen, auf denen unser Handeln, unsere Politik, unser Leben aufbauen. Wir haben die Chance, Verborgenes auszugraben. Wenn wir es wollen.


Kein wirklich guter Ort – etwa zum sitzen; auch die Stufen sind ja mitlerweile vergittert und zugemauert.
Immerhin ist aber alles überdacht. Falls es regnet. Unter Kopfhörern sind die Parkhausgeräusche auch nicht ganz so laut – und man kann sogar Bus und Straßenbahnen der Nachkriegszeit hören, die hier am ‚tatbularasa‘ Porscheplatz verkehrt haben…


  ect-STADTWUNDE.mp3 (13,0 MiB, 527 hits)

Stadtwunde / Ausblick

Afrikanischer – ’schwarzer‘ – Holocaust‘ ???

Nicht wenige Historiker_innen bezeichnen Teile der Afrikanischen Geschichte – seit dem 15. Jahrhundert
als Afrikanischen – als ’schwarzen‘ – Holocaust.

Wie stehen  Nationalsozialismus und Kolonialismus miteinander in Verbindung?

Welche Einsichten ergeben sich, wenn wir beides nicht als voneinander getrennt betrachten, sondern in vielen Ebenen und Schichten miteinander verbunden?

Auf welchen Säulen stehen wir derzeit?

Was lässt sich noch zutage fördern?

Und welche Aufgaben stehen uns noch bevor?

Stadtwunde / Porsche

Der Namenspatron für den neuen – Porscheplatz – seit 1951 – Ferdinand Porsche

Der Namenspatron für den neuen Platz – Porscheplatz – seit 1951 – Ferdinand Porsche – ist heute eher noch für seine frühen Sportwagen- Entwicklungen bekannt;
Direkt nach den Krieg – war es eher für Volkswagen und die VW-Käfer, die direkt ab 1945 durch Deutschland gerollt sind – 1955 bereits der berühmte 1.000.000ste.
Ferdinand Porsche war aber auch früh schon Mitglied der NSDAP und einer Gliederung der SS – Sturmstaffel;
Er hatte, leitend, für die Kriegsindustrie Fahrzeuge produziert; Kübelwagen, Panzer, Panzerwagen – und später auch Raketen.

Was ist der Zusammenhang mit Essen?

Das Zwangsarbeiterlager – Schwarze Poth – war – NS-verwaltungstechnisch – zunächst Köln – später direkt dem Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar zugeordnet.
Hierher und hierhin kamen auch die etwa 150 Männer; den spärlichen Dokumenten nach, überwiegend aus Russland und Polen, Frankreich, Dänemark, Belgien, Niederlanden, Luxemburg wie auch aus Deutschland;
Das Lager wurde 1945 aufgelöst, noch bevor die Alliierten Essen einnahmen.
Die Häftlinge wurden ins KZ-Buchenwald deportiert.

Was ist der Zusammenhang mit Porsche?

Ferdinand Porsche hat während des Krieges mehrere – wie es hiess – kriegswichtige – Fahrzeugfabrikationsanlagen geleitet – und – je nach Forschungsstand – rund 5.000 Zwangsarbeiter dabei beschäftigt.
Teilweise aus Auschwitz, zum Teil aus Buchenwald.
Zu den ,kriegswichtigen‘ Produkten gehörten auch die sogenannte Wunder- und Vergeltungswaffen – ,V1‘-Raketen.
Vor allem deren Produktionsanlagen sollten vor alliierten Luftangriffen geschützt werden – und in unterirdischen Fabriken und Bergstollen verlegt werden.

In den letzten Kriegsmonaten hat Ferdinand Porsche – dafür selber noch KZ-Insassen als Zwangsarbeiter – aus dem KZ-Buchenwald angefordert – Sie sollten in Eschershausen bei Holzminden die Stollen im Gebirge ausbauen, in die er seine Rüstungsproduktion verlegen wollte.