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ein begehbares Audiofeature auf den Spuren des Kolonialismus in Essen

(PORSCHEPLATZ 1) Stadtwunde

KZ-Aussenlager 'Schwarze Poth 13' – Der Kolonialismus und seine Kontinuitäten


Stadtwunde
Der Kolonialismus und seine Kontinuitäten
Porscheplatz 1 / ehemals Schwarze Poth 13

(nicht einfach zu finden – aber vorhanden und wirksam. Unter(!) dem Eingang zur Rathaus-Gallerie. Zugang über den Treppenabgang – rechts. Oder über die Seitenstraße ‚Zwölfing‘)

Was wissen wir eigentlich? Warum wissen wir bestimmte Dinge, während andere uns verborgen bleiben? Wohin schauen wir, wenn wir Geschichte betrachten? Den Kolonialismus hinter uns zu lassen setzt voraus, dass wir uns mit ihm auseinander setzen und die Stützpfeiler erkennen, auf denen unser Handeln, unsere Politik, unser Leben aufbauen. Wir haben die Chance, Verborgenes auszugraben. Wenn wir es wollen.


Kein wirklich guter Ort – etwa zum sitzen; auch die Stufen sind ja mitlerweile vergittert und zugemauert.
Immerhin ist aber alles überdacht. Falls es regnet. Unter Kopfhörern sind die Parkhausgeräusche auch nicht ganz so laut – und man kann sogar Bus und Straßenbahnen der Nachkriegszeit hören, die hier am ‚tatbularasa‘ Porscheplatz verkehrt haben…


  ect-STADTWUNDE.mp3 (13,0 MiB, 558 hits)

(LAZARETTSTRASSE) Nobel-Kaffeewerke

Kolonialwaren, Kaffee, Industrialisierung


Nobel-Kaffeewerke
Kolonialwaren, Kaffee, Industrialisierung
Lazarettstraße 12 / Nobel-Kaffeewerke

„Tradition seit 1902“, heißt es im Slogan des Essener Kaffee-Unternehmens. Von welcher ‚Tradition‘ im Kaffeegewerbe nicht erzählt wird, das sind die Bedingungen, unter denen der Kaffee – eines der verbreitetsten Genussgetränke weltweit – nach Essen gekommen ist – und unter denen Kaffee bis heute vielerorts angebaut wird. Wie erklärt sich der große Einfluss, den der Handel mit Kolonialwaren, insbesondere mit Kaffee auf das Wirtschaften und Leben Essens hatte? Was hat Kaffee mit Kohlebergbau und Industrialisierung zu tun? Und welche Möglichkeiten haben wir, unseren Kaffee guten Gewissens genießen zu können?


  ect-KAFFEE.mp3 (11,2 MiB, 564 hits)

Kaffee-Geschichte

Alex Kunkel – Röster – Veranstalter 'Kaffeegarten Gruga'


Hat sich nach dem historischen Ende des Kolonialismus – z.B. beim Kaffee – vom Anbau über den Handel zum Verbrauch – grundsätzlich so viel verändert?

Der Globalisierungsprozess war mit der Geschichte des Kolonialismus aufs Engste verbunden. Die Mobilität von Waren, Menschen, Ideen und Institutionen, kurz: die Verflechtung der Welt vollzog sich vor dem Ersten Weltkrieg unter kolonialen Bedingungen. Die Weltwirtschaft basierte auf der zum Teil gewaltsamen Einbeziehung der Arbeitskraft, Rohstoffe und Absatzmärkte außereuropäischer Gesellschaften.
Der Kolonialismus war zentrales Element der politischen Ordnung der Welt, aber auch der rechtlichen und ideologischen Legitimierung dieser Ordnung.


  ect-KAFFEEplus.mp3 (28,1 MiB, 565 hits)

(MARKTKIRCHE) Alfred-Krupp-Denkmal

Krupp, der Kolonialwarenhandel und die ersten Hütten


Das Alfred-Krupp-Denkmal
Krupp, der Kolonialwarenhandel und die ersten Hütten
vor der Marktkirche / Markt 2

Für die Entwicklung der Stadt und das Leben in Essen ist die Rolle Krupps von immenser Bedeutung. Ob Krupp-Siedlungen, Konsumanstalten, die Kruppschen Krankenhäuser… Noch immer steht Krupp für Fortschritt, Qualitätsarbeit und dem Mythos der Ruhrindustriellen schlechthin. Doch wer hätte gedacht, dass noch weit vor der Berühmtheit des Essener Stahl-Unternehmers wesentliche Anteile des Kapitals für die erste Hütte durch den Handel und Schmuggel mit Kolonialwaren erwirtschaftet wurden?


Es empfielt sich, Platz zu nehmen. Auf den Stufen der Kirche, in der Kirche; Im Café gegenüber?
Oder  einfach über den Marktplatz zu laufen, vor gut 130 Jahren, sozusagen. (Vorsicht!Kopfhörer!)


  ect-KRUPP.mp3 (23,8 MiB, 350 hits)

(SAALBAU/PHILHARMONIE) ‚Die Deutsche Kolonialgesellschaft‘

Organisierte Ideologie und Menschenbilder


Philharmonie / Saalbau
Die Deutsche Kolonialgesellschaft in Essen – organisierte Ideologie

Huyssenallee 53

Wie kommen eigentlich die Bilder, die wir „von Afrika“ und den Menschen, die dort leben in unsere Köpfe? Zumindest kommen sie nicht von ungefähr. Auch in Essen hat sich unter dem Einfluss namhafter Mitglieder der Essener Stadtgesellschaft die Begeisterung und Lobby-Arbeit für die Kolonien bestens organisiert: Die Essener Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft. Ihre Mitglieder waren weniger angetrieben von der Faszination für ferne Kontinente und deren Menschen als für deren wirtschaftliche Ausbeutung. Über Jahre hinweg „versorgte“ sie die Essener Stadtgesellschaft mit Vorträgen, die die Bürger und Bürgerinnen von der Wichtigkeit der Kolonien – für die Deutschen wie auch die „unzivilisierten“ kolonisierten Menschen überzeugen sollten. 1905 schaffte es die Essener Abteilung, die Jahreshauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft nach Essen einzuladen. Der Saalbau blieb vielen Besuchern hierbei in besonders guter Erinnerung…


  ect-SAALBAU.mp3 (18,8 MiB, 361 hits)

(BISMARCKPLATZ) Bismarckstatue

Bismarck und die deutsche Kolonialgeschichte


Bismarck-Statue
Bismarck und die deutsche Kolonialgeschichte
Bismarckplatz 1

„Solange ich Reichskanzler bin, treiben wir keine Kolonialpolitik“, hatte Bismarck 1883 noch verkündet. Bereits ein Jahr später lädt er zu berühmt-berüchtigten Kongo-Konferenz, um mit den kolonisierenden Großmächten über die Aufteilung Afrikas zu verhandeln. Wie sah die Deutsche Kolonialpolitik unter Bismarck und nach ihm aus? Was haben Krupp und auch Baedeker damit zu tun? Und welche Auswirkungen haben die getroffenen politischen Entscheidungen bis heute – für die kolonisierten Gesellschaften wie auch für das gesellschaftliche und politische Leben in Deutschland?


  ect-BISMARCK.mp3 (8,1 MiB, 367 hits)

(ESSENER DOM) Münsterkirche / das Essener Stift und Mission

Märchenstoff – Ignatius Fortuna – einer der ersten Schwarzen Menschen in Essen?


Essener Dom
Ignatius Fortuna – einer der ersten Schwarzen Menschen in Essen?
Kettwiger Straße 42

Im frühen 18. Jahrhundert „schenkte“ der Kaufmann Adam Schiffer der Fürstäbtissin Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach einen Schwarzen Jungen aus Surinam, dessen Vorfahren vermutlich selbst aus Afrika verschleppt worden waren. Er wurde in Essen getauft und später unter dem Namen Ignatius Fortuna bekannt, diente an ihrem Hof als Kammerdiener. Seine Grabstätte befindet sich noch heute im ehemaligen Waisenhaus auf der Steeler Straße und auch auf einem Gemälde, das sich im Schloss Borbeck befindet, ist er verewigt.
Wer war er? Welche Funktionen hatte er am Hof? Und welche Wirkung hatte er auf die Essener Gesellschaft?


  ect-IGNATIUS.mp3 (11,8 MiB, 314 hits)