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ein begehbares Audiofeature auf den Spuren des Kolonialismus in Essen

Spuren des Kolonialismus

– nicht nur in den kolonisierten Gegenden – Spuren und Kerben auch in den kolonisierenden Gesellschaften – bis in den Essener Alltag.

Ob es um den internationalen Handel geht oder die deutsche Außen- und
Innenpolitik, ob um Menschenrechte oder das Reisen, Kultur und
Freizeit oder aber noch immer gegenwärtige Welt- und Menschenbilder…
Die Spuren des Kolonialismus ziehen sich durch unser
Leben wie ein roter Faden. Dennoch findet dieser Abschnitt – auch
deutscher – und Essener – Geschichte selten Beachtung…
Vieles von dem, was zum Verständnis unserer gegenwärtigen
globalisierten Welt und der einzelnen Städte von Bedeutung ist,
schlummert in Archiven, in privaten Sammlungen – und in den biografischen und persönlichen Erzählungen über mehrere Generationen.
Der Audiowalk bringt solche Informationen, Eindrücke und Erlebnisse wieder an die Oberfläche.
Ein Ziel dabei: mit dem besonderen Format – Audio – unterhaltsam – sinnlich – multiperspektivisch – zu einem besseren Verständnis
für die eigene konkrete Umwelt innerhalb der globalisierten Welt beizutragen.
In diesem Fall: für die Stadt Essen.

Eine der möglichen Wegrouten:

Einer der vielen möglichen Wegrouten: Start an der – räumlich – Philharmonie und – inhaltlich – der Essener Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft, einer äußerst wirkmächtigen Vereinigung, zu Bismarck und der Kolonialpolitik des Kaiserreichs, dem Kaffee als „Schmiermittel der Industrie“, zur Familie Krupp und dem Kolonialwarenhandel in Essen, zum Essener Dom und der Verschiffung Schwarzer Menschen, auch nach Essen und zur Rathausgalerie und der Frage danach, wie aktuell der Kolonialismus eigentlich ist – auch und besonders in unseren Köpfen. „Viele Themen, die sich heute durch gesellschaftliche Debatten und die deutsche Medienlandschaft ziehen, werden durch den Blick auf den (Vor-) Kolonialismus und die von ihm kreierten Menschenbilder erst wirklich verständlich.“

Es braucht: idealerweise ein Smartphone und Kopfhörer; hilfreich: eine QR-Scanning-App.

QR-Schilder vor Ort – in Kooperation mit der Stadt Essen! – oder auf der downloadbaren und kostenlos erhältlichen Stadtkarte (Stadt Essen, Bahnhofsinfo, Stadtinfosysteme etc.)  führen das Smartphone direkt zur passenden Audioerzählung.

Präsentation und Eröffnung des Audiowalks

Ein begehbares Audiofeature auf den Spuren des Kolonialismus in Essen

––– nass & glücklich –––

––– Dank an alle Teilnehmenden, Besucher! Helfer! Unterstützer, aktuelle und zukünftige Multiplikatoren und Promotoren und Partner ! –––

für die Eröffnungsveranstaltung – am 2/6/2016

insbes. auch
Kulturdezernenten der Stadt, Andreas Bomheuer
Denis Goldberg,
südafrikanischer Bürgerrechtler und
ehemaliger Anti-Apartheidsaktivist,
und lange Jahre Weggefährte Nelson Mandelas.

Und die Buchhandlung Proust
Akazienallee/Am Handelshof 1
(Im Allianzhaus)
45127 Essen


Programm: Von Proust aus geht es los: zur Philharmonie und der Essener Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft, einer äußerst wirkmächtigen Vereinigung, zu Bismarck und der Kolonialpolitik des Kaiserreichs, dem Kaffee als „Schmiermittel der Industrie“, zur Familie Krupp und dem Kolonialwarenhandel in Essen, zum Essener Dom und der Verschiffung Schwarzer Menschen, auch nach Essen und zur Rathausgalerie und der Frage danach, wie aktuell der Kolonialismus eigentlich ist – auch und besonders in unseren Köpfen. „Viele Themen, die sich heute durch gesellschaftliche Debatten und die deutsche Medienlandschaft ziehen, werden durch den Blick auf den (Vor-) Kolonialismus und die von ihm kreierten Menschenbilder erst wirklich verständlich.“ (Friedrich)

Erkunden lassen sich die neuen Perspektiven entweder auf eigene Faust zu erkunden – mit helfenden Guides an den entsprechenden Punkten der Route – oder in einer geführten Tour.
Nach ca. 80 Minuten kommen die Gäste wieder zurück zu Proust, um sich am Buffet zu stärken, auszutauschen, Rückfragen zu stellen und Eindrücke zu teilen – udgl.
Die Veranstaltung dauert von 17 bis 20 Uhr – und findet auch bei Regen statt.

Es braucht: idealerweise ein Smartphone und Kopfhörer; hilfreich: eine QR-Scanning-App.
Doch auch für Menschen ohne technische Ausrüstung hat gesichter afrikas Möglichkeiten vorgesehen, am 2. Juni alles mitzubekommen.

QR-Schilder vor Ort oder auf der downloadbaren und kostenlos erhältlichen Stadtkarte (Stadt Essen, Bahnhofsinfo, Stadtinfosysteme etc.)  führen das Smartphone direkt zur passenden Audioerzählung.

Denis Goldberg

Südafrikanischer Anti-Apartheidsaktivist, Weggefährte Nelson Mandelas

1933 geboren, kämpfte Goldberg an der Seite Nelson Mandelas gegen das Apartheidsystem in Südafrika und saß dort für seine Überzeugungen 22 Jahre in Haft. Nach seiner Freilassung rang er weiter für die Abschaffung der Apartheid und ist seitdem unermüdlich im Einsatz für die Gleichberechtigung aller Menschen, weltweit.
2011 erhielt er für seine Verdienste um die deutsch-südafrikanischen Beziehungen und seinen Einsatz für Gerechtigkeit innerhalb der globalisierten Welt das Bundesverdienstkreuz.

Denis Goldberg unterstützt essen.colonialtracks.de – und eröffnet mit einem kurzen Vortrag und – im Anschluss an die Eröffnungstour – mit Diskussion und eigenen Erfahrungen.

Weitere Informationen

  • Am 30.05. findet mit Schülerinnen und Schülern der Alfred-Krupp-Schule in Essen ein Empowerment Day statt. Sie werden sich über einen Tag lang mit dem Kolonialismus in Essen und seinen Spuren sowohl inhaltlich wie auch kreativ auseinandersetzen. Bildende Künste, Tanz und Theater, Musik und AlternativeHistory werden hier als Ansätze genutzt, die Welt anders zu denken – ganz nach dem Motto: „Zeit für ‘nen Perspektivwechsel“.
  • Das Stadtarchiv / Haus der Essener Geschichte ist eine wahre Fundgrube für all das, was wir in Bezug auf koloniale Fragen vergangen glauben. Viele Informationen und Zusammenhänge stammen aus den dort vorhandenen Archiven. Vermutlich sind noch viele weitere Schätze dort versteckt… Es gab in Essen sogar Männer, die in den Krieg gegen die Herero und Nama gezogen sind. Und wiederkehrten. Welche Bilder haben sie mitgebracht?
  • Die Fülle an Material und Informationen, die sich zusammen getragen haben, ist schier überwältigend. 500 Jahre Geschichte und ihre aktuellen Bezüge lassen sich nicht in eine 80minütige Erzählung zusammenfügen, ohne dass einige Themengebiete außen vor bleiben müssen. Der Walk stellt insofern einen Ausschnitt dar und bietet Anlass, weiter zu fragen und zu forschen. Die Seite colonialtracks.de bietet die Möglichkeit, hierüber weiter im Austausch zu bleiben rund um die angesprochenen Themengebiet.
  • Der Audiowalk versteht sich auch aufgrund der Thematik, der einige Schwere anlastet, als unterhaltsame Möglichkeit, sich ehrlich mit der Geschichte der Stadt und der Welt auseinander zu setzen und einen Beitrag dazu zu leisten, Geschichte neu zu schreiben, neu zu “ (Danny Friedrich)
  • Verantwortlich für die technische Umsetzung ist Justus Herrmann / artradio. Studio und Label für Audio- und Multimediaproduktionen, Sounddesign, Audioartworks und Medien- resp. Audioszenografie. Schwerpunkt und Expertise liegen v.a. bei Museums-, Ausstellungs-, Kunst- und Hörfunkprojekten sowie deren inhaltliche und dramaturgische Entwicklung und technische Umsetzung.
  • Gefördert wird das Projekt durch die Stiftung für Umwelt und Entwicklung des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Evangelischen Entwicklungsdienst EED.

Projektzusammenhang

// Über gesichter-afrikas.de und EXILE e.V.

gesichter-afrikas.de ist ein Projekt der EXILE Kulturkoordination und strebt nach einer facettenreichen und ausgewogenen Betrachtung des afrikanischen Kontinents jenseits der oft negativen Darstellungen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Ländern südlich der Sahara.

Die Seite verbindet Informationen, Positionen und Links zu Themen wie Gesundheit, Klima und regenerative Energien und Genderfragen sowie Fragen rund um den Fairen Handel. Mit dem Blick auf die Menschen, ihre Lebensbedingungen und Perspektiven in Ländern Subsahara-Afrikas setzt gesichter-afrikas.de den Schwerpunkt auf Analyse, Bewertung und Handeln in komplexen globalen Zusammenhängen. So fördert die Internetplattform durch vielfältige Angebote Bildungsprozesse im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.


1982 gegründet, liegt der EXILE Kulturkoordination e.V. das Bestreben zugrunde, der hiesigen Öffentlichkeit Kulturen aus den Ländern des Südens und der hier lebenden Migrantinnen und Migranten zu präsentieren und dafür Ausstellungen, Workshops, Lesungen, Konzerte, Kunstprojekte und Publikationen zu konzipieren und als Non-Profit-Agentur zu vermitteln.

Darüber hinaus berät und qualifiziert der Verein im interkulturellen Kunst- und Kulturmanagement. Die Arbeit von EXILE beruht auf der Grundannahme, dass Musik, Theater, Literatur oder Bildende Kunst besonders geeignet sind, einen Zugang zu Perspektiven und Lebenserfahrungen von Menschen in und aus anderen Ländern und Kontinenten zu ermöglichen und so, im Zuge der Globalisierung, für einen bewussteren Umgang mit der eigenen und mit anderen Kulturen zu sensibilisieren.